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DIE DREI LUSTIGEN VIER PRÄSENTIEREN STOLZ HELENE FISCHER NACKT AUF DEM PATRIOTISCHEN WEG UND DIE FRAU VON DER ÖFFENTLICHKEITSARBEIT VERZWEIFELT AM LANGEN TITEL. EINE EXKREMISTISCHE SPURENSUCHE VON UND MIT KOLLEKTIV EINS

Der Share-Wood Forest ist mit seinen 4,543 Billionen Jahren der älteste und zugleich der letzte Wald auf diesem Planeten. Die Firma OGIPC – OUR GOAL IS PRETTY COAL hat den Share-Wood Forest bis auf einen letzten Baum gerodet. Auf diesem Baum protestieren Schwester Tuck und Middle John für den Erhalt des Share Wood Forest und somit für den Erhalt der Menschheit. Doch die Menschheit hat wenig Interesse an diesem störenden Akt des Ungehorsams und so droht die Revolution zu versiechen, noch ehe sie begann. Das harte Holz bohrt sich in das Unterbewusstsein der beiden Protagonist*innen und so beginnt eine fiebrige Suche nach den Geschichten, die der Menschheit zum Überleben verhelfen.

Pressestimmen:

»Die Lage ist ernst. Eigentlich ist sie hoffnungslos. Wald um Wald wurde über die Jahrzehnte hinweg abgeholzt, die Menschheit schaute gleichgültig zu. Nun sitzen ein paar unentwegte Widerständler auf dem letzten Baum im Sherwood Forest und protestieren. Aber das ist eigentlich mehr ein Warten auf Errettung. Denn „die drei lustigen Vier“ (Konstantin Morfopoulus, Carolin Wiedenbröcker und Anne Greta Weber) sind nicht immer nur lustig, sondern auch mal nachdenklich. Zwischendurch wird es auch selbstreferenziell: Die Darsteller sind schließlich Ende doch nur „subventionierte Künstlerinnen, die immer noch an die Kraft des Theaters glauben“, wie sie meinen. Doch die zuweilen schrille und auch klamaukige Selbstbefragung über die Rettung der Menschheit offenbart sich mehr als eine Geschichte des Scheiterns von Utopien. „Wir sind alle kapitalismusgeprägt“, so wird die melancholische Grundstimmung in Worte gefasst. Das mündet in Systemkritik, denn Vater Staat wird hier eher als Polizist wahrgenommen. Gepredigt wird von den „drei lustigen Vier“ eher der Widerstand im Kleinen, der ganz persönlich gelebte Anarchismus. Aber es gibt im Grunde im Kapitalismus nur zwei Alternativen: „Entweder kaufst du was oder du lässt es sein.“ Das Ziel der Idealisten: Der Kapitalismus wird abgelöst durch eine „bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft“, so die Utopie. Karl Marx lässt schön grüßen. Das Stück von Kollektiv eins offeriert dem Zuschauer eine Nachdenklichkeit auf manchmal überdrehte Weise, zeigt aber auch eine große Hilflosigkeit. Und die Parallele zu den Baumhäusern im Hambacher Forst, der inzwischen einem Symbol des Widerstandes gegen Umweltzerstörung geworden ist, drängt sich hier geradezu auf.«

Ostseezeitung, Thorsten Czarkowski, Januar 2019

Regie: Paula Thielecke

Text:  Sören Hornung

Bühne & Kostüme: Lisa Jacobi

Ausstattung: Harry Rischmüller

Dramaturgie: Anna Langhoff

Regieassistenz: Marc Pawlowski

Mit: Anne Greta Weber, Carolin Wiedenbröker, Konstantin Morfopoulos, Paula Thielecke, Sören Hornung