DIE LEGENDE VOM GLÜCK OHNE ENDE (NACH PAUL UND PAULA)

von Ulrich Plenzdorf

 

„Man kann nicht alles haben. Ideal und Wirklichkeit gehen nie übereinander. Ein Rest bleibt immer!“
So der Leitsatz des bekannten und bis heute heiß geliebten DEFA-Kultfilmes „DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA“. Aber Paula – die schönste Frau der DDR, Märtyrerin der Liebe, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, die über „nichts weiter als Herzensbildung“ verfügt – will eben doch alles und stürzt sich Hals über Kopf in eine hinreißende Romanze mit dem angepassten und verheirateten Funktionär Paul, der über die Heftigkeit dieser erotischen und schicksalshaften Begegnung glatt das Funktionieren vergisst.
Der Künstler und Autor Ulrich Plenzdorf entwickelte den Stoff gemeinsam mit dem Regisseur Heiner Carow und schickte dem Film (1973) einen phänomenalen, aber weniger bekannten Roman „Die LEGENDE VOM GLÜCK OHNE ENDE“ (1973) hinterher, welcher die Geschichte nach dem Tod der Protagonistin weiter spinnt.

Die Inszenierung greift auf die, beide „Teile“ vereinende Bühnenfassung des Autors selbst zurück und lässt das „schönste Liebespaar des Ostens“ zwischen mythischem Harzwäldern und liebestollen Waldwesen erwachen. Ein musikalischer Abend über das Rauschhafte, das Nicht Alltägliche , den „Anti-Trott“ der Liebe, „wie Paul sagt.“

Die 4 Spieler*innen wechseln lustvoll zwischen den beliebt-bekannten Figuren Reifen-Saft, Collie mit den traurigen Augen, Die Schöne/Pauls Frau, Stasi-Laura, der Hohlkopf und der Kumpel – und natürlich Paul und Paula. Sie erzählen spielend von Pauls Trauerarbeit, der Begegnung mit Laura, dressierten Dompteuren… und von der Fähigkeit, weiter (durchs Leben ) zu laufen, immer weiter, auch wenn man eigentlich gar nicht mehr laufen kann.

Eine atemberaubende Achterbahnfahrt durch politische Zeiten, die uns eingeschrieben sind und Gefühlswelten von Menschen, die wir sein könnten.

Regie: Paula Thielecke
Dramaturgie: Marie Jordan
Bühne+Kostüme: Lisa Jacobi
Video: Tara Afsah, Pia Lamster
Lichtdesign: Yi Zhao
Regieassistenz: Francesca Menges

mit: Konstantin Morfopoulos,
Carolin Wiedenbröker,
Marlene-Sophie Haagen,
Nils Malten